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51. Fortbildungstagung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein: „Wir brauchen keinen strafbewehrten Fortbildungszwang“
Die traditionsreiche Fortbildungstagung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, die noch bis zum 29. Mai in Westerland auf Sylt stattfindet, wartet in diesem Jahr mit einem neuen Teilnehmerrekord auf: An die 1500 Teilnehmer – das sind nahezu 300 mehr als im Vorjahr – werden im Laufe dieser Woche erwartet. Unter dem diesjährigen Leitthema “Alles in Funktion – von der Diagnose zur Therapie“ lassen sich die aus der gesamten Bundesrepublik angereisten Zahnärzte und Zahnmedizinische Fachangestellte von namhaften Referenten in Workshops und Vorträgen praxisnah unterweisen. Ergänzend dazu präsentieren sich zahlreiche Dentalaussteller im Foyer des Congress Centrums Sylt.
„Dies ist der größte und wichtigste Kongress auf der Insel – dafür danke ich Ihnen wie auch für die langjährige, gute Zusammenarbeit." Petra Reiber, Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt, sparte nicht mit Lob in ihrer Eröffnungsrede – und gab auch ein ganz persönliches Statement ab: „Als Patientin bin ich Ihnen dankbar, dass Sie noch nicht in den Kollektivstreik getreten sind."
Die derzeitigen Sorgen und Nöte seines Berufsstandes verdeutlichte der neue Kammerpräsident Dr. K. Ulrich Rubehn in seiner Begrüßungsansprache. Die Politik war dabei der Adressat für deutliche Kritik. So monierte Rubehn unter anderem: „Wir brauchen keinen strafbewehrten Fortbildungszwang – es wird vielmehr höchste Zeit, dass das konstitutive Misstrauen gegenüber den Heilberufen beendet wird.“ Rubehn weiter: „Unsere Kritik am derzeitigen Gesundheitssystem perlt an der Großen Koalition ab wie von einer Teflonpfanne.“
Konkret umschrieb der Kammerpräsident die Forderungen wie folgt: „Die Gesundheitspolitiker sollen uns sagen, was für die gesetzliche Krankenversicherung ausgegeben werden soll – wir sagen, was wir dafür leisten können. Dies gilt ebenso für die Kostenerstattung seitens der privaten Krankenversicherungen. Wir sagen, was die Patienten dafür bekommen. Wir sagen ihnen aber auch, was es sonst noch gibt und was das kostet.“ Das Fazit des Kammerpräsidenten: „Wir besitzen das Vertrauen unserer Patienten. Wir liefern die erforderliche Qualität zahnmedizinischer Leistungen. Wir fordern von der Berliner Gesundheitspolitik endlich eine höhere Vertrauensqualität.“
Der Kritik schloss sich Professor Dr. Wolfgang Sprekels, Präsident der Zahnärztekammer Hamburg, in seinem Grußwort an: Die Abschaffung des Gesundheitsfonds, eine leistungsgerechte Erhöhung der Honorare, ein Abbau der Bürokratie – sicherlich könne vor der nächsten Bundestagswahl mit solchen Versprechungen seitens der Parteien gerechnet werden. „Doch letzten Ende entsteht dann wieder irgendeine Koalition, die sich über die Umsetzung der hehren Versprechungen nicht einig wird – und einer schiebt es auf den anderen.“
Auch der Vorstandvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, Dr. Peter Kriett bemängelte: „Das ständige Nachjustieren in der Gesundheitspolitik sorgt immer wieder für neue Unruhe.“
Einem ganz anderen medizinischen Fachgebiet widmete sich indes der Eröffnungsvortrag, in dem Professor Dr. Thomas Bosch von der Universität Kiel über das aktuelle Thema „Stammzellenforschung" referierte. Sein Credo: „Noch stoßen menschliches Wissen und Können nicht nur an technische, sondern auch an ethische Grenzen. Für die Stammzellenforschung bedeutet dieser gesellschaftliche Konflikt jedoch nicht Stillstand und Blockade, sondern provoziert vielmehr neue Denkansätze und mögliche Alternativen."



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