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Burnout oder Depression: Neuer Fragebogen gibt Aufschluss
Eschweiler, September 2009. „Ich fühle mich schlapp, bin nur noch schlechter Stimmung“, „Ich bin total fertig“, „Ich kann einfach nicht mehr“ – wenn Betroffene Sätze wie diese äußern, kann ein Burnout-Syndrom oder eine Depression vorliegen. Bisher war es oftmals für den Hausarzt oder Therapeuten schwierig, eine klare Diagnose zu stellen. Doch die bestmögliche Behandlung eines Patienten beginnt mit der frühzeitigen und richtigen Diagnosestellung. Denn ein Burnout wird erfolgreich anders therapiert als eine Depression – auch wenn die Symptome zunächst ähnlich erscheinen. Ein neuer Fragebogen, der erstmals in einer Studie getestet wurde, hilft jetzt bei der klaren Diagnostik.
Das Risiko einmal im Leben an einer depressiven Störung zu erkranken, liegt laut Angaben der WHO bei Männern bei ca. 12 – 16 % und bei Frauen bei ca. 20 – 26 %. Die Zusatzdiagnose „Burnout“ kann jetzt einfach aufgrund definierter Unterschiede im Belastungsprofil gestellt werden, so das Ergebnis einer neuen Studie.
Ausgebrannt oder depressiv: Studie belegt typische Belastungsprofile
Um Kriterien für eine genaue Diagnose zu finden, haben Dr. Wolfgang Hagemann und Dr. Katja Greuenich von der Röher Parkklinik in Eschweiler 82 depressive Patienten mit einem selbst entwickeltem Fragebogen untersucht. An dieser ersten Studie nahmen 47 Frauen und 35 Männer mit einem durchschnittlichen Alter von 44 Jahren teil. Von den gesamt 82 depressiven Patienten hatten 32 die Zusatzdiagnose Burnout. Ergebnis: Die Patienten unterscheiden sich nicht in den Kernsymptomen, wohl aber in ihren Belastungsprofilen.
Patienten mit der Zusatzdiagnose Burnout zeigten höhere Werte hinsichtlich der beruflichen Belastung, Zwanghaftigkeit und Arbeitsüberlastung; Patienten ohne Zusatzdiagnose Burnout hatten höhere Werte bezüglich der eigenen Person/Selbst, Belastungen innerhalb der Familie/Partnerschaft, körperliche Beschwerden, paranoides Denken, soziale Isolation und chronische Besorgnis. Die Zusatzbelastung Burnout geht folglich nicht mit einer durchgängig höheren Symptombelastung einher, die Belastungen zeigen sich lediglich in verschiedenen Lebensbereichen. Konkret: Burnout ist enger mit dem Beruf und dem Bedürfnis nach Kontrolle verknüpft als die Depression. Auch ist die berufliche Belastung bei Burnout höher. Besonders gefährdet sind Menschen in sozialen oder Beziehungsberufen wie Ärzte, Lehrer oder Sozialarbeiter. Standardisierte Fragebogen können somit dem Hausarzt und Therapeuten eine gute Hilfestellung im diagnostischen Prozess liefern und die Weichen für die richtige Therapie stellen:
Eine Therapie bei Burnout muss die Komplexität der Wechselbeziehungen, die sich zwischen dem Selbst, der eigenen Persönlichkeit und ihrer individuellen Geschichte, der Familie und dem Freundeskreis als wichtige emotionale Ressource sowie den Belastungssituationen, die sich aus der Arbeitswelt ergeben, gerecht werden. Die Anwendung von Antidepressiva hat beim Burnout – im Vergleich zu Depression – eher nachrangige, supportive Bedeutung. Sie werden zudem meist nur für eine kurze Dauer gegeben. Bei einer Depression hingegen sind Antidepressiva oft über eine länger Zeit unverzichtbar, um psychotherapeutisch arbeiten zu können.
Greuenich und Hagemann haben ein psychologisches Testverfahren - die Burnout-Screening-Skalen BOSS - entwickelt, das im Hogrefe Verlag erschienen und dort zu beziehen ist. Um die eigene Burnout-Belastung zu erfahren, kann man noch für kurze Zeit den Fragebogen anonym im Internet ausfüllen und erhält umgehend die persönliche Auswertung.
Burn out-Tester “BOSS”: www.roeher-parkklinik.de/boss_fragebogen.html



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