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Erlanger Prostatakrebszentrum ausgezeichnet: Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert erstes universitäres Zentrum in Bayern
Feierstunde mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann – Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft belegt Qualität der Patientenversorgung – Prostatakrebs ist häufigste Krebserkrankung bei Männern – Interdisziplinäre und ganzheitliche Betreuung zum Wohl der Patienten – 40 Kooperationspartner aus der gesamten Metropolregion
ERLANGEN – Das im Mai gegründete Universitäts-Prostatakarzinomzentrum Erlangen wurde erfolgreich durch die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. DKG-zertifiziert. Damit ist die gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Erlangen und des Erlanger Waldkrankenhauses St. Marien bayernweit das erste universitäre Prostatakarzinomzentrum, das die Zertifizierung durchlaufen hat. Im Beisein des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann wurde die Auszeichnung mit allen Kooperationspartnern gefeiert.
Mehr als 50.000 Männer erkranken in Deutschland jedes Jahr an Prostatakrebs. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern und die dritthäufigste Krebstodesursache. Mit der Einrichtung des Prostatakarzinomzentrums Erlangen wird die Behandlung der betroffenen Patienten optimiert und eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Patienten und ihre Angehörigen geschaffen. Von der Früherkennung über die Therapie bis zur Nachsorge arbeiten im Prostatakarzinomzentrum Ärzte aus verschiedensten Fachrichtungen interdisziplinär zusammen – ohne die besondere Situation jedes einzelnen Patienten aus dem Blick zu verlieren.
Neben der Urologie als Leiter des Zentrums mit zwei Standorten im Universitätsklinikum und im Waldkrankenhaus St. Marien sind folgende Kliniken und Abteilungen als Hauptbehandlungspartner beteiligt: Am Universitätsklinikum Erlangen die Strahlenklinik, die Medizinische Klinik 5, das Pathologische Institut, die Nuklearmedizinsche Klinik und das Radiologische Institut; am Waldkrankenhaus St. Marien die Medizinische Klinik II.
Erlangen erfüllt strenge Qualitätskriterien
Voraussetzung für das Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft ist eine erfolgreiche Zertifizierung nach ISO oder KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) des Gesamtkrankenhauses. Das Waldkrankenhaus St. Marien ist bereits seit 2004 nach KTQ und zusätzlich nach proCum Cert zertifiziert und erfüllt somit als Standort der Erwachsenurologie des Universitätsklinikums die erforderlichen Voraussetzungen. Basis für die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft ist dann ein Anforderungskatalog, der auf international anerkannten wissenschaftlichen Leitlinien beruht.
Nach dem Zertifizierungsaudit vor Ort bescheinigten die Experten den Erlanger Ärzten, dass sie die strengen Qualitätsvorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. erfüllen: So werden nur Zentren zertifiziert, an denen erfahrene Operateure arbeiten und jährlich mindestens 50 Prostata-Entfernungen vorgenommen werden. Nachgewiesen werden muss unter anderem auch die Teilnahme an wissen-schaftlichen Studien sowie die Ausstattung mit modernen Geräten. Weitere Kriterien sind zum Beispiel die zügige Terminvergabe an Patienten sowie kurze Wartezeiten vor Untersuchungen. Diese und alle weiteren Vorgaben der DKG hat das Erlanger Zentrum erfolgreich erfüllt: Im Rahmen einer Feierstunde mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann wurde die erfolgreiche Zertifizierung zum ersten universitären Prostatakarzinomzentrum in Bayern mit allen 40 Kooperationspartnern aus der gesamten Metropolregion Nürnberg begangen.
Gemeinsam das Optimum für den Patienten finden
Wichtigster Baustein des Erlanger Prostatakarzinomzentrums ist die Interdisziplinarität. Ihr kommt bei der Behandlung von Prostatakrebs eine besondere Rolle zu, da Alternativen immer individuell abgewogen werden müssen: Bei Prostatakrebs steht eine ganze Reihe von modernen Therapieverfahren zur Verfügung. Im Erlanger Prostatakarzinomzentrum arbeiten deshalb alle an der Therapie beteiligten Fachrichtungen des Uni-Klinikums und des Waldkrankenhauses St. Marien sowie niedergelassene Urologen und andere externe Behandlungspartner ebenso wie Selbsthilfegruppen eng zusammen. "Das Prostatakarzinomzentrum lebt von der Interaktion und Vernetzung aller Partner, die mit der Betreuung der Patienten betraut sind. Das Zentrum ist eine in die Region hineinwirkende Einrichtung, durch die eine neue Qualität der Behandlung erreicht wird“, so Prof. Bernd Wullich, Leiter der Urologischen Klinik.
Jeder einzelne Fall wird im regelmäßig stattfindenden Tumorboard von einem Spezialistenteam aus Urologen, Radioonkologen, internistischen Onkologen, Pathologen, Radiologen und Nuklearmedizinern intensiv besprochen. Erst danach legen sie gemeinsam einen Behandlungsplan für den Patienten fest. Die einzelnen Behandlungsformen sind am Prostatakarzinomzentrum in Form sogenannter klinischer Pfade standardisiert, die regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Für die Patienten bedeutet das ein Höchstmaß an Sicherheit und Qualität. Alle Daten zu einem Patienten werden in einem gemeinsamen und eigens dafür aufgebauten elektronischen Tumordokumentationssystem erfasst, auf das alle beteiligten Disziplinen zugreifen.
Kompetenzen aller Beteiligten bündeln
Das Prostatakarzinomzentrum kümmert sich aber nicht nur um Diagnostik und Therapie, sondern auch um die Vor- und Nachsorge. Der intensiven Vernetzung der niedergelassenen Urologen mit dem Uni-Klinikum und dem Waldkrankenhaus St. Marien, zwischen stationärer und ambulanter Versorgung kommt hierbei eine besondere Rolle zu. Die niedergelassenen Urologen sind im Rahmen des Prostatakarzinomzentrums als Kooperationspartner eng in die Erstdiagnostik und die ambulante Nachsorge eingebunden. So setzt man sich gemeinsam für jährliche Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr ein und greift auf einheitliche Standards für Untersuchungen zurück. Denn auch beim Prostatakarzinom gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Und auch die Nachsorge wird eng mit den niedergelassenen Ärzten abgestimmt, damit ein Wiederauftreten der Krebserkrankung frühzeitig erkannt und Patienten entsprechend behandelt werden können.
Regelmäßige Überprüfung garantiert Qualität
Im kommenden Jahr muss das Erlanger Zentrum im Rahmen eines Überwachungsaudits bei einer Begutachtung vor Ort nachweisen, dass es die fachlichen Anforderungen an die Behandlung der Tumorerkrankung weiterhin erfüllt und ein etabliertes Qualitätsmanagementsystem hat. Nach 3 Jahren steht dann ein Wiederholungsaudit zur Verlängerung der Zertifizierung an.



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