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IQWIG als "Samariter" der Patienten oder verlängerte Werkbank der Politik zur Rationierung im Gesundheitswesen?
Über die Arbeitsweise des IQWIG informierte Professor Sawicki, Institutsleiter des IQWIG, während einer Veranstaltung des Patientenforums am 22.4.2009 in Berlin, bei der auch die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. (DGVP) als Teilnehmer zugegen war.
Vorstandsmitglied Manfred Wölfert kritisiert als mit der Arbeitsweise des IQWIG erfahrener Patientenvertreter einige Aussagen Prof. Sawickis:
So entspricht die dargestellte, vom IQWIG verwendete Methodik zur Bestimmung der Effizienzgrenzen für die Kosten-Nutzen-Bewertung selbst nicht der "Methodik für die Bewertung von Verhältnissen zwischen Nutzen und Kosten im System der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung" (Version 2 vom 18.3.2009). Als Patientenvertreter muss die DGVP auf dieses nicht gerade vertrauensbildende Verhalten hinweisen.
Zudem muss der Aussage widersprochen werden, dass das IQWIG Kommunikationstechniken verwendet, die den Betroffenen verständlich sind.
Zweifellos gibt es auch viele positive Aspekte in der Arbeit des IQWIG. Die Veranstaltung hat jedoch gezeigt, dass Methodik, Transparenz, Ethik und internationaler Standard beim IQWIG nach wie vor fragwürdig bleiben.
Fakt ist, dass das IQWIG eine Art "verlängerte Werkbank" des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ist, in dem Patienten keinerlei Mitbestimmungsrechte haben. In diesem Selbstverwaltungsorgan wird beschlossen, was bei welchen Patientengruppen ankommen darf. Mit diesen Werkzeugen steuert die Gesundheitspolitik in eleganter Art und Weise die Rationierung und den Verteilungskampf in der Versorgung der Patienten und Versicherten.
Inzwischen sieht selbst der bekannte kritische und bislang IQWIG- freundliche Gesundheitsjournalist Markus Grill Gefahren aufziehen: "[...] gibt das Gesundheitsministerium seinen Experten vom IQWIG bereits den Auftrag, auszurechnen, wie viel ein zusätzliches Lebensjahr kosten darf oder welcher Preis für Medikamente noch in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Zweiklassenmedizin ist ein alter Hut. Jetzt geht es um Rationierung für 70 Millionen Krankenversicherte - nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit." (Zitat: Spiegel-online vom 6.5.2009 "Gefangen im kranken System")
Patientengruppen nehmen die Arbeit des IQWIG stark unterschiedlich wahr. Von den anwesenden Patientenvertretern hinterfragten lediglich die bereits erfahrenen Gruppen die Verfahren des IQWIG und übten heftige Kritik. Die bislang weniger betroffenen Patientengruppen haben sich als sehr zufrieden mit dem IQWIG geäußert.
Die Beeinflussung von Patientengruppen durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit des IQWIG, die letztendlich auch aus dem - unseren- Gesundheitstopf bezahlt wird, ist und bleibt aber bedenklich.
Die DGVP kann nicht an eine unabhängige und objektive Arbeit des IQWIG zum Wohle der Patienten glauben. Für Vorstandsmitglied Wölfert stellt sich die Frage, wann den Versicherten und Patienten die Augen aufgehen und sich zur Mitwirkung in der Bürgerinitiative Gesundheit zusammenfinden.
Pressekontakt:
Katja Rupp
Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V.
Tel. 06252-94298-0/ Presseanfragen -12
Fax 06252-94298-29
E-Mail info@dgvp.de
Internet www.dgvp.de



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