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Krise am Arbeitsplatz und Depression - Was können wir tun?
6. Europäischer Depressionstag am 17. Oktober 2009 – Aufklärung und Beratung von Betrieben, Herstellen eines gesunden Betriebsklimas, Früherkennung und frühes Eingreifen bei Depressionen und eine adäquate Wiedereingliederung der Betroffenen sind unerlässlich
Die Globalisierung der letzten Jahrzehnte hat zur größeren gegenseitigen internationalen Abhängigkeit insbesondere in wirtschaftlichen Krisensituationen geführt. Bereits vor der aktuellen weltweiten Wirtschaftskrise hat der internationale Wettbewerb Firmenfusionen und hiermit im Zusammenhang stehende potentielle Arbeitsplatzverluste wahrscheinlicher werden lassen. Zu den konkreten Auswirkungen auf den Menschen sind hierbei zunehmende Existenzängste, höhere Arbeitsbelastungen durch Arbeitsverdichtung, größerer Konkurrenzdruck und schlechteres Betriebsklima zu nennen. „In den letzten Jahren wurde seitens unterschiedlicher Krankenkassen eine Zunahme psychischer Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit beschrieben“, sagte Prof. Dr. Detlef E. Dietrich, Ärztlicher Direktor AMEOS Klinikum Hildesheim und Repräsentant der European Depression Association in Deutschland (EDA). Der Europäische Depressionstag am 17. Oktober 2009 wolle auf diese bedenkliche Entwicklung aufmerksam machen.
Das Statistische Bundesamt hat in einer Arbeitskräfteerhebung (2007) festgestellt: Psychische Belastungen spielen im Arbeitsalltag eine größere Rolle als körperliche. Jeder achte Erwerbstätige (12,3 %) gab an, bei der Arbeit psychischen Belastungen ausgesetzt zu sein, die sich negativ auf das Wohlbefinden und damit auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Ob depressive Störungen insgesamt tatsächlich zunehmen (oder lediglich besser erkannt werden), wird allerdings noch kontrovers diskutiert. Eine zunehmende Belastung am Arbeitsplatz und ein drohender Arbeitsplatzverlust erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, eine depressive oder andere psychische Störung zu entwickeln. Wenn dann noch weitere persönliche Schicksale oder Belastungen hinzukommen, entwickelt sich nicht selten eine Depression, die zudem langfristig auch körperliche Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und Bewegungsapparates nach sich ziehen kann.
Ein frühes und nachhaltiges Eingreifen auf betrieblicher und politischer als auch auf der persönlich-therapeutischen Ebene erscheint daher dringend notwendig: Einzelne Projekte wie zum Beispiel das „Aktionsnetz Depression am Arbeitsplatz“ hilft vor allem Betrieben, sich dem Thema zu nähern. Ein gesundes Betriebsklima auf der Basis einer gelungenen Mitarbeiterführung und Kommunikation ist hierbei wichtige Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Im Bereich der Wiedereingliederung depressiv Erkrankter in den Arbeitsalltag müssen aber dringend neue Ansätze entwickelt werden.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Detlef E. Dietrich
Repräsentant der European Depression Association in Deutschland (EDA)
Ärztlicher Direktor
AMEOS Klinikum Hildesheim
Goslarsche Landstr. 60
D-31135 Hildesheim
Tel.: +49 (0)5121 103-249
E-Mail: ddie.psy@hildesheim.ameos.de



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